Um 800 n.Chr., so wird vermutet, wurde hier eine Kapelle in der Nähe eines Brunnens errichtet, wahrscheinlich die erste christliche Kirche und Gemeinde in Lippe. Cappel wird darum auch in alten Aufzählungen der lippischen Kirchorte vor Reelkirchen erwähnt.
Aus einer Urkunde des Jahres 1366 ergibt sich, dass Cappel einer der Amtssitze (Verwaltungsstellen) des lippischen Landesherrn Bernhard V. war. Bis 1590 trafen sich in Cappel die Vertreter der lippischen Städte und  adligen Güter, der Landstände, zu Beratungen und Verhandlungen mit dem Landesherrn.

Landtag zu Cappel                 

Wandmalerei im Gebäude des Lippischen Landtags, heute Amtsgericht Detmold

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1538 wurde hier die neue, nach hessischem Vorbild gestaltete, lutherische Kirchenverfassung verabschiedet und in ganz Lippe eingeführt.
Im Jahr 1605 erfolgte dann die zweite Reformation in der Grafschaft Lippe: Landesherr Graf Simon VI. ordnete an, in allen Städten und Gemeinden, somit auch Cappel, das evangelisch-reformierte Bekenntnis nach Johannes Calvin einzuführen. Nur die Lemgoer wehren sich erfolgreich gegen diese Neu-Reform.

Im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges, am 8. September 1636, wurde die Kirche von durchziehenden schwedischen Truppen geplündert und niedergebrannt. Es blieb nur der massive Unterbau des Kirchturms erhalten. Auf dem alten Grundriss wurde eine neue Kirche errichtet. Sie war allerdings so schlecht gebaut, dass das Kirchenschiff am 22. Juli 1827 kurz nach Beendigung des Gottesdienstes einstürzte. Eine neue Kirche im klassizistischem Stil wurde unverzüglich wieder aufgebaut und zwei Jahre später eingeweiht.

Der senfgelbe Kirchturm, einer der ältesten in Lippe,
ist ein weithin sichtbarer Wegweiser


Aquarell, Anatoli Netkal                                                               © Cappella-GmbH

Nach dem Jahre 2000 zeigte sich im Turm ein senkrecht wachsender Riss, der große Sorgen hinsichtlich der Standfestigkeit des Turmes bereitete. Es dauerte Jahre, bis endlich die Mittel für die Reparatur zur Verfügung standen, so dass Ende 2011 der Riss saniert und der Turm vollständig neu verputzt und gestrichen werden konnte. Auch wurde das Maßwerk der Fenster saniert, neue Fensterläden eingesetzt und das „Gesicht“ der Turmuhr erneuert.

Die in Großenmarpe, Kleinenmarpe, Cappel, Mossenberg und Eschenbruch lebenden Juden errichteten in den Jahren 1844/45 eine Synagoge in Cappel. Aufgrund des immer schwächer werdenden Besuchs aus der jüdischen Gemeinde wurde die Synagoge schließlich verkauft und 1896 abgerissen. Seit einigen Jahren erinnert eine Gedenktafel an die Synagoge